• Interview mit Rita Apitz

    Was bietest Du im Laden an?

    Bekleidung, Hüte, Tücher, Accessoires, textilen Raumschmuck.

    Was ist das Besondere an Deinen Sachen?

    Mein Konzept ist zunächst eine Basisgarderobe - dabei handelt es sich um Einzelstücke, die nicht kurzfristigen Modetrends unterworfen sind, in denen man sich wohl fühlt und sich gut bewegen kann.

    Ich habe mich über eine Kundin gefreut, die über ein vor 15 Jahren bei mir gekauftes Stück sagte: "Ihre Jacke habe ich immer noch - das ist meine Lieblingsjacke."

    Die Stücke, in minimalistischen Schnitten entworfen, sind untereinander kombinierbar.

    Accessoires wie handbemalte Schals, Stolas, genähte Mützen und Hüte, Seidenketten, Stoffblüten, Stulpen etc. bringen die passende, individuelle Ergänzung.

    Was sind Deine bevorzugten Materialien?

    Es sind qualitativ hochwertige Stoffe, vorwiegend unifarben, die eine haptische, natürliche Sinnlichkeit haben. Ich bin sehr interessiert, künftig mehr mit neuen nachhaltigen Fasern zu experimentieren, wie Bambus, Algen usw.

    Ich habe außerdem eine Leidenschaft für Knöpfe - Knöpfe aus natürlichem Material, wie Perlmutt, Holz, Horn, die ausgefallene Details bilden.

    Wie bist Du auf den Hut gekommen?

    Da beim Zuschneiden von Kleidung immer Reste von den schönen Stoffen übrigbleiben, suchte ich nach Möglichkeiten, sie sinnvoll nutzen, statt sie einfach wegzuwerfen.

    So kam ich auf die Idee und habe 1993 in Zürich an einem Hutmacherkurs teilgenommen.

    Ich fertige sowohl genähte Hüte in unterschiedlichen Stoffkombinationen, als auch Hüte nach Hutmachertradition. Dabei werden Filzstumpen unter Dampf über Holzformen gezogen.

    Deine Schals?

    Ich liebe die Freiheit und Leichtigkeit des Malens auf Seide, das Spiel mit den Farben. Die Schals entstehen hauptsächlich im Sommer. Die Seidenmalerei ist eine Abwechslung zum Nähen, das viele einzelne Arbeitsschritte und Berechnungen verlangt.

    Was inspiriert Deine Mode? Woher kommen Deine Ideen?

    • Freie Bewegung und Tanzimprovisation
    • asiatische / japanische Mode und Kunst, Zen
    • der Kimono spielt eine große Rolle

    Was gefällt dir am Konzept von EigenArt?

    Die Verteilung der Aufgaben und Lasten auf viele Schultern gibt dem Einzelnen die Freiheit, seine Arbeiten sowohl eigenständig herzustellen, als auch selbst zu vermarkten. In der Anfangszeit war das für mich die perfekte Möglichkeit, selbstbestimmte Arbeit und Familie mit Kindern zu verbinden. Natürlich erfordert eine solche Gemeinschaft vom Einzelnen auch die Bereitschaft zum Austausch und zur Kompromissfindung - das Tolle ist, dass das seit fast 30 Jahren funktioniert.